Gallensteine – Ursachen, Symptome und Behandlung
Sie suchen einen Experten zur Gallensteinbehandlung aus Wien? Bei der Behandlung von Gallensteinen stehe ich Ihnen mit meiner chirurgischen Erfahrung zur Verfügung. In meiner Ordination in Wien erfolgen Abklärung, Beratung und die Planung der weiteren Therapie.
Gallensteine sind kleine Kristalle, die sich in der Gallenblase oder in den Gallengängen bilden können. Sie entstehen, wenn die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit aus dem Gleichgewicht gerät, und führen nicht immer zu Beschwerden. In vielen Fällen bleiben sie unbemerkt, können aber manchmal starke Schmerzen, Verdauungsprobleme oder andere gesundheitliche Komplikationen verursachen.
Welche Funktion hat die Gallenblase?
Die Gallenblase ist ein birnenförmiges Organ, welches die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit (auch Galle genannt) speichert. Sobald wir fetthaltige Nahrung zu uns nehmen, zieht sich die Gallenblase zusammen und die Flüssigkeit fließt in den Dünndarm. Dort hat sie die Aufgabe Nahrungsfette in winzige Tröpfchen aufzulösen, welche dann durch die Darmwand ins Blut aufgenommen werden. Diese Fette sind für den Körper wichtig, da sie Energie liefern und unter anderem für Zellaufbau sowie die Aufnahme bestimmter Vitamine benötigt werden.
Wie entstehen Gallensteine?
Gallensteine (auch Cholelithiasis genannt) entstehen durch ein Ungleichgewicht der Stoffe im Gallensaft. Die Bestandteile der Galle sind Gallensalze, Cholesterin, Bilirubin, Fette, Farbstoffe und Wasser. Das Problem ist nun: manche der Gallenstoffe sind nicht wasserlöslich und verklumpen. Stimmt dann das generelle Gleichgewicht der Gallenflüssigkeit nicht, entstehen Gallensteine. Die häufigsten Gallensteine sind Cholesterinsteine, welche durch einen Überschuss von Cholesterin entstehen.
Entstehen können Gallensteine direkt in der Gallenblase, diese werden Gallenblasensteine (Cholezystolithiasis) genannt, und Gallengangsteine (Choledocholithiasis), wenn sie sich im Gallengang befinden. Warum Gallensteine überhaupt entstehen, ist noch nicht bekannt. Dennoch gibt es Risikofaktoren, welche eine Entstehung begünstigen:
- Alter: Ab etwa 40 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit, Gallensteine zu entwickeln.
- Genetische Veranlagung: In manchen Familien treten Gallensteine gehäuft auf.
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer, vermutlich aufgrund des Einflusses weiblicher Geschlechtshormone.
- Schwangerschaft oder die Einnahme von Östrogenen (z. B. Anti-Baby-Pille oder Hormonersatztherapie) können das Risiko erhöhen.
- Bestimmte Erkrankungen: Funktionsstörungen der Gallenblase, Kurzdarm-Syndrom, Leberzirrhose oder Diabetes.
- Übergewicht oder ein starker, schneller Gewichtsverlust.
- Sehr kalorienreiche Ernährung, zum Beispiel spezielle Sondennahrung.
Welche Beschwerden können Gallensteine verursachen?
Meistens verlaufen Gallensteine komplett ohne Symptome und Beschwerden und Betroffene bemerken diese gar nicht. Jedoch können Gallensteine je nach Größe und auch Lage Symptome hervorrufen:
- Starke Bauchschmerzen: Diese krampfartigen Schmerzen sitzen meist im Oberbauch und strahlen bis in den Rücken und rechte Schulter aus. Man spricht hierbei auch von einer Kolik. Die Schmerzen treten meist nach dem Essen auf, da entweder der Ausgang der Gallenblase oder der Übergang vom Gallengang in den Dünndarm blockiert ist.
- Gelbsucht: Liegen Gallensteine im Gallengang kann es zudem zur gelblichen Verfärbung der Haut und Augen kommen. Das liegt daran, dass die Gallenflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen kann und somit der Farbstoff Bilirubin ins Blut gelangt. Zudem wird der Urin dunkler und der Stuhlgang heller.
- Übelkeit und Erbrechen
- Verdauungsbeschwerden und Blähungen: Unregelmäßiger Stuhl, fettlösliche Nahrungsmittel können schwer vertragen werden
- Fieber und Schüttelfrost: Hinweis auf eine mögliche Entzündung der Gallenblase (akute Cholezystitis)
Welche Risiken entstehen durch Gallensteine?
Gallensteine können mehr als nur Bauchschmerzen verursachen. Wenn sie unbehandelt bleiben, drohen verschiedene Komplikationen, die das Wohlbefinden stark beeinträchtigen können.
Gallenblasenentzündung (akute Cholezystitis)
Bleibt der Abfluss der Galle dauerhaft behindert, kann sich die Gallenblase entzünden. Eine akute Cholezystitis verursacht anhaltende Schmerzen, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl. Unbehandelt kann die Entzündung schwerwiegender werden und in seltenen Fällen zu Komplikationen wie einer Gallenblasenperforation führen.
Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)
Manchmal blockiert ein Stein die Gallenwege nahe der Bauchspeicheldrüse. Dadurch kann die Bauchspeicheldrüse gereizt oder entzündet werden – eine akute Pankreatitis. Diese Erkrankung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden, da sie schwerwiegende Folgen haben kann.
Chronische Gallenblasenprobleme
Wiederholte Steinbildung oder Entzündungen können langfristig die Gallenblasenfunktion einschränken. Betroffene leiden möglicherweise regelmäßig unter Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Verdauungsstörungen, auch wenn keine akute Entzündung vorliegt.
Wie werden Gallensteine diagnostiziert?
Wie schon erwähnt verlaufen die meisten Gallensteine asymptomatisch und werden meist bei Routineuntersuchungen entdeckt. Bei Symptome ist die vorgehensweise wie folgt:
- Labor: Besonders wichtig sind hier die Entzündungswerte (CRP und Leukozyten), bestimmte Leberwerte wie Bilirubin und Leberfunktionsparameter sowie Amylase / Lipase bei dem Verdacht einer Pankreatitis.
- Ultraschall: Eine Sonographie kann in 95% der Fällen Gallensteine in der Gallenblase feststellen. Zudem kann man feststellen, ob eine Verdickung der Gallenblasenwand als Hinweis einer Gallenblasenentzündung vorliegt.
- CT und MRT: Die Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zeigen Gallenblase und Gallengänge genau und werden vor allem bei Komplikationen eingesetzt, nicht aber zur Routine-Diagnose.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Gallensteinen?
Die Therapie hängt davon ab, ob die Steine Beschwerden verursachen oder Komplikationen drohen.
Operative Behandlung (Gallenblasen-OP / Cholezystektomie)
- Bei Nachweisen von Gallensteinen, auch asymptomatischen, oder Komplikationen ist die Operation und somit die minimal-invasive Entfernung der Gallenblase die Standardtherapie.
- Der Eingriff erfolgt meist laparoskopisch („Schlüsselloch-Chirurgie“), ist sicher und ermöglicht eine schnelle Erholung.
Spezielle Verfahren
- Steine im Gallengang müssen endoskopisch entfernt werden (ERCP).
- Medikamente zur Auflösung von Steinen werden heutzutage nicht eingesetzt.
Lebensstil und Ernährung bei Gallensteinen
Durch einen gesunden Lebensstil können Menschen mit Gallensteinen Beschwerden oft reduzieren. Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor, daher kann eine langsame, gezielte Gewichtsreduktion sinnvoll sein, während sehr schnelles Abnehmen das Risiko sogar erhöhen kann. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Maßvolle Fettzufuhr und regelmäßige Mahlzeiten unterstützen die Gallenblasenfunktion und verringern die Wahrscheinlichkeit von Koliken. Schon etwas mehr Bewegung fördert das Verdauungssystem und trägt zusätzlich zu einem gesunden Gewicht bei. Ebenso ist es hilfreich, ausreichend Flüssigkeit zu trinken und auf einen moderaten Umgang mit Alkohol sowie den Verzicht auf Rauchen zu achten.
Wichtig ist, dass diese Maßnahmen zwar die Beschwerden reduzieren und das Risiko neuer Steine senken können, aber eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen, wenn bereits Symptome oder Komplikationen auftreten.